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Dänisches Möbeldesign, zeitlos, cool und funktionell

Dänisches Design ist ein Stil des funktionalistischen Designs und der Architektur, der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Beeinflusst von der deutschen Bauhausschule nutzten viele dänische Designer die neuen Industrietechnologien, und vereinten sie mit Ideen der Einfachheit und Funktionalität. Damit wurden Gebäude, Möbel und Haushaltsgegenstände entworfen, von denen viele ikonisch geworden sind – damals wie auch heute noch. Wenn man Dänisches Design mit einem einzigen Wort beschreiben sollte, wäre „zeitlos“ der unumstrittene Favorit.

Viele dieser Design-Ikone sind noch immer in Gebrauch und Produktion. Prominente Beispiele sind der Egg-Stuhl, die PH-Lampen und das legendarische Sydney Opernhaus.

Ein ideologisches Kind der Nachkriegszeit

In den späten 1940er Jahren, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, waren die Bedingungen in Dänemark für den Erfolg Dänischen Designs ideal. Der Schwerpunkt lag auf Möbeln, aber auch Architektur, Silber, Keramik, Glas und Textilien profitierten vom Trend. Die späte Industrialisierung Dänemarks in Verbindung mit einer Tradition des hochwertigen Handwerks bildete die Grundlage für den allmählichen Fortschritt auf dem Weg zur industriellen Produktion.

Nach Kriegsende waren die Europäer Auf der Suche nach neuer Inspiration. Die hellen dänischen Möbel aus Buchen- und Birkenholz waren da ideal.  Politisch gesehen war Dänemark unkompliziert. Eine schnellwachsende Popularität und Unterstützung der Meinungsfreiheit ließ Dänemark als ein ideologisches Model für die Bewältigung von politisch-kulturellen Traumen erscheinen.

Die Königliche Kunstakademie legt Gewicht dazu

Die neu gegründete Möbel Schule der Königlich Dänischen Kunstakademie spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Möbeldesigns. Kaare Klint unterrichtete Funktionalismus, basierend auf der Größe und proportionen von Objekten und übte einen erheblichen Einfluss aus. Hans J. Wegner, ein ausgebildeter Tischler, trug mit seinem einzigartigen Sinn für Form bei, vor allem bei der Gestaltung von Stühlen.

Als Leiter des kooperativen FDB-Möbeldesignstudios entwarf er einfache und robuste Möbelobjekte für die durchschnittliche dänische Familie. Finn Juhl zeigte einen individualistischen Ansatz bei der Gestaltung von Stühlen mit ansprechendem, aber funktionalem Look.

In den frühen 1950er Jahren beeinflusste das amerikanische Design auch dänische Möbel. Der Amerikaner Charles Eames entwarf und fertigte Stühle aus geformten Holz- und Stahlrohren. Diese ermutigten Arne Jacobsen, seinen weltberühmten Ameisen Stuhl zu entwerfen. Damit war Dänemarks erster industriell gefertigter Stuhl geboren. Damit war der Kurs für den weltweiten Erfolg unseres kleinen nordischen Nachbarlandes gelegt. Ein Erfolg der bis heute ununterbrochen weitergeht.

Die größten Designer des kleinsten nordischen Königreiches

Bald breitete der Erfolg Dänischen Möbeldesigns sich auch auf andere Branchen aus: Gebrauchskunst, Lampen, andere Einrichtungsgegenstände und vor allem Architektur. Auch Industriedesign und medizinische Technologie wurden weltweit beeinflusst von Dänischem Design.

Die unsterblichen Namen in Dänischem Design:

  • Möbel und Einrichtungsgegenstände – Kaare Klint, Hans J. Wegner, Finn Juhl, Arne Jacobsen, Börge Mortensen, Poul Kjærholm, Verner Panton, Nanna Ditzel, Poul Henningsen
  • Architektur – Jörn Utzon, Arne Jacobsen, Erik Möller, Henning Larsen, Bjarke Ingels

weißer stuhl

Das tiefere Geheimnis der Popularität

Keine andere Designschule hat es jemals geschafft Dänisches Design ans Wasser zu reichen, wenn es zu diesen Kriterien kommt: Qualität, Funktionalität und Stil.

Stil ist natürlich immer eine Geschmacksache. Was jedoch das Dänische Design so populär macht ist Zeitlosigkeit. Die meisten Möbel kann man leicht einer bestimmten Periode zuordnen. Bei Dänischen Möbeln ist das fast unmöglich. Dänische Möbel aus den 50’er Jahren könnten genauso gut gestern oder heute entworfen sein. Irgendwie haben die Dänen es geschafft, die Essenz dieser Möbel zu materialisieren, hauptsächlich, indem sie sich von der Funktionalität leiten ließen.

Auch Rücksicht auf einen industriellen Herstellungsprozess spielen eine große Rolle. Aber der größte Erfolg verbirgt sich in der Ideologie hinter Dänischem Design: Dänische Möbel sind so populär, weil sie niemals versuchten elitär zu sein. Der rote Draht durch Dänisches Design ist die Nähe zum Volk. Dänisches Design hat immer versucht die Wünsche und Erwartungen gewöhnlicher Menschen zu erfüllen, anstatt sich auf die Eliten zu konzentrieren.

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